Forschungsgesellschaft für Meß- und Sensortechnik e.V. Dresden

Forschungsgesellschaft für Messtechnik,
Sensorik und Medizintechnik e.V. Dresden

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Entwicklung der Grundlagen für einen Zweikomponentenwärmeleitdektektor zur gleichzeitigen Konzentrationsbestimmung von CO2 und H2O-Dampf (Hochfeuchtebereich)

AiF-Nr. 15629 BR

Der Wettbewerb zwingt Unternehmen sowohl national als auch international zur Lieferung von qualitativ hochwertigen Produkten zu konkurrenzfähigen Preisen. Voraussetzung dafür sind niedrige Produktionskosten bei gleichzeitiger Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (Produktsicherheit, Arbeitsschutz). Eine preiswerte und effiziente Qualitätskontrolle sowie eine effektive Prozessüberwachung können hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Entscheidende Prozessgrößen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen sind z.. B. die Kenntnis und Steuerung der CO2- und Feuchtekonzentration. Ob als Mess- bzw. Steuergrößen in der Biotechnologie, als wichtige Kenngrößen im Reformingprozess von Brennstoffzellen oder als Einflussgrößen auf das Pflanzenwachstum in Gewächshäusern oder zur Reifebeschleunigung bzw. -dämpfung in Obstlagerstätten. Dazu gehören auch die damit verbundenen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Personensicherheit. Im Falle der CO2-Konzentration, spielt dabei die Wasserdampfkonzentration eine wichtige und oft auch untrennbare Rolle.

In der Regel wird die CO2-Konzentration durch günstige und robuste Wärmeleitmessgeräte erfasst. Exaktere Ergebnisse können durch Messverfahren, die auf der Infrarotabsorption der Gase beruhen, erzielt werden. Diese sind jedoch erheblich teurer. Bei den derzeit auf dem Markt angebotenen preisgünstigen Lösungen, in denen die CO2-Konzentration mittels Wärmeleitdetektor gemessen wird, sind die Ergebnisse durch die Überlagerung von dem durch die Feuchte entstehenden Zusatzmesssignal stark fehlerbehaftet. Um den Fehler durch das verfälschte Ausgangssignal zu kompensieren, wird die Feuchte bei den bisherigen Systemen gleichzeitig mit einem kapazitiven Sensor gemessen. Es ist allgemein bekannt, dass solche kapazitiven Sensoren driften und bei Feuchtegehalten von > 95 % nicht mehr fehlerfrei arbeiten. Damit gibt es derzeit keine preiswerte Lösung für diese Hochfeuchtebereiche. Dies gab den Ausschlag für das Forschungsvorhaben.

Die Entwickler haben sich die Aufgabe gestellt, die Grundlagen für einen neuartigen, robusten, zuverlässigen und kostengünstigen Zweikomponentenwärmeleitdetektor zu entwickeln, mit dem die Konzentrationen von Kohlendioxid und Wasserdampf (Feuchte) kontinuierlich erfasst werden kann. Das unter diesen Prämissen entwickelte Messsystem hat folgende Eigenschaften:

  • kontinuierliche Erfassung von CO2 und Wasserdampf (Feuchte) mit einem Sensorsystem und einer Auswerteeinheit (z. Zt. sind damit vertretbare Messfehler nur unter definierten Messbedingungen erzielbar )
  • kostengünstig in der Herstellung, verschleißfrei und lageunabhängig arbeitend
  • mit Heißluft und Wasserdampf sterilisierbare Messzelle
  • alle messgasberührenden Teile des Sensors sind temperatur- und druckstabil

Somit liegt ein Funktionsmuster des Zweikomponentenwärmeleitdetektors vor, welches CO2 (feuchtekorrigiert) sowie verschiedene Feuchten messen kann. Die in der Konstruktion des Detektorsystems eingesetzten Komponenten sind preisgünstig in der Anschaffung und erlauben nach ersten Abschätzungen eine Fertigung des Hardwaresystems ohne Elektronik im avisierten Preissegment zwischen 20 und 25 €. Hauptbestandteil des Wärmeleitsensors sind mikromechanisch gefertigte Platinelemente, die durch Laserstrukturierung hochpräzise gefertigt und durch Schutzüberzüge eine ausreichende chemische Resistenz sowie eine Temperaturfestigkeit bis 500 °C aufweisen. Im Labormaßstab konnte das entwickelte Messverfahren zufriedenstellend verifiziert werden. Eine erste Funktionsprüfung wurde in einem Begasungsbrutschrank, der mit Heißluft bei 90°C sterilisiert wird, erfolgreich durchgeführt.

Bearbeitet wurde das Forschungsthema von 05/08 bis 06/10 am Institut für Medizin & Technik e.V., (Bernburger Straße 57, 06366 Köthen, Tel. 03496/67-2316) unter der Leitung von Prof. Dr. rer. nat. habil. Heinz Gatzmanga (Leiter der Forschungsstelle Prof. Dr. Ing. Peter Günzel).

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Das IGF-Vorhaben Nr. 15629 BR der Forschungsgesellschaft für Messtechnik, Sensorik und Medizintechnik e.V. Dresden, Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und –entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.